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Bundeskanzler mit dem höchsten Preis der Berliner Kleingärtner ausgezeichnet.

Gerhard Schröder erhielt die Wilhelm-Naulin-Plakette
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Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist jetzt ein hochdekorierter Kleingärtner. Am Freitag (22.09.2000) ist er mit dem höchsten Preis der Berliner Kleingärtner ausgezeichnet worden. Ihm wurde für besondere Verdienste um das Kleingartenwesen die Wilhelm-Naulin-Plakette verliehen. 
Die Auszeichnung verdankt er seiner Frau Doris. Diese hatte in einem Interview verraten, daß sich ihr Mann nirgends so gut von der Regierungsarbeit erholen könne, wie auf der Parzelle eines Freundes in der Ricklinger Marsch (Niedersachsen). Einige der Weddinger Kleingärtner vermissten die Kanzlergattin am Freitagabend denn auch. "Die Doris ist halt ein noch lohnenderes Fotomotiv", sagte einer von ihnen, bevor er einen ganzen Film mit Kanzlermotiven verknipste (Zitat: Berliner Zeitung).

 
Die Kleingärtner der KGA "Togo" an der Müllerstraße im Wedding, sowie viele geladene Gäste empfingen Schröder mit Applaus und "Gerhard, Gerhard"-Rufen. 
Auch Adelheit Witt vom Landesverband der Rassekaninchenzüchter war begeistert von Schröder. An ihrem Stand war der Kanzler gleich zu Beginn stehen geblieben. Das Kaninchen in ihrem Arm zitterte noch Minuten danach. "Da war aber nicht der Kanzler Schuld dran", sagte Frau Witt, "das waren die vielen Blitzlichter." (Zitat: Berliner Zeitung). 
Die Polizeikapelle Berlin spielte fröhliche Weisen und der Kinderchor sang. Als Willkommensgeschenk wurde ein großer Kürbis überreicht. Durch ein Spalier freundlicher Kleingärtner bahnte sich der Bundeskanzler den Weg ins Festzelt. Dort wurde ihm feierlich die höchste Auszeichnung der Berliner Kleingärtner, die Wilhelm-Naulin-Plakette, verliehen.
 
Im Jahr 1989 begingen die Kleingärtner der KGA Togo ihr 50jähriges Jubiläum.

 
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Schild zum 50jährigen Jubiläum im Jahre 1989
 
Die Wilhelm-Naulin-Plakette wird von der gleichnamigen Stiftung seit 15 Jahren verliehen. Zu ihr gehören der Berliner Landesverband der Kleingärtner mit 77 000 Mitgliedern und seit 1990 auch der Verein der Gartenfreunde Brandenburg mit 73 000 Mitgliedern. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an den Brandenburger Ministerpräsidenten Manfred Stolpe (SPD), der darüber sehr überrascht gewesen sein soll. 1998 wurde "Partner für Berlin"-Chef Volker Hassemer geehrt, weil er sich in seiner Zeit als Umweltsenator für den Bestand der Kolonien eingesetzt hatte. Schröder ist der erste Bundeskanzler, den die Kleingärtner auszeichneten - mit dem freimütig ausgesprochenen Hintergedanken, daß er sich dann bestimmt für ihre Belange einsetzen werde. "Ich will mich bemühen", versprach der SPD-Politiker. Die Auszeichnung sei für ihn "wirklich 'ne Ehre".
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Nach der Preisverleihung begab sich Gerhard Schröder zu Fuß durch die festlich geschmückte Kleingartenanlage. Er hatte sich gewünscht, neben den Funktionären auch mit ganz normalen Kleingärtner zu sprechen. Der Kanzler grüßte freundlich in die Runde und blieb immer wieder stehen, um Hände zu schütteln und ein paar Sätze mit den Leuten zu sprechen. Insbesondere die Kinder der KGA, die sich zu einer Tanzgruppe zusammengefunden hatten, verlangten nach Autogrammen.
 
In der Menge ist der Bundeskanzler kaum zu erkennen In der Menge ist der Bundeskanzler kaum zu erkennen (zweiter von links)
 
Ausgerechnet dann, als der Bundeskanzler nur 2 Meter entfernt steht und zu mir herüberblickt, muß meine Digitalkamera noch speichern. Schade. Das wäre ein schöner Schnappschuß geworden. Aber als er die Kinder neben mir begrüßt, ist es doch noch ein wenig was geworden, wenn auch halb vom Mikrofon des Kameramanns verdeckt.
 
Die Kinder sind begeistert Alle Kinder wollen Autogramme
Arghh - als meine Kamera endlich wieder startklar ist, drängelt sich doch dieser Kameramann dazwischen Autogramme sind bei den Kindern sehr begehrt
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Auf der Parzelle des Vorsitzenden der KGA und gleichzeitigem stellvertretenden Vorsitzenden des Landesverbands Berlin, Peter Ehrenberg, warteten Sabine und Thomas Berliner mit ihren vier Söhnen auf ihn. "Wir sind hier die fingierten Gastgeber", sagte Thomas Berliner gut gelaunt. Die eigene Parzelle sei aber "noch nicht vorzeigbar", weil man sie erst sei November gepachtet habe. Zeit zum Reden gab es dann aber doch nicht, zumal etwa hundert Nachbarn und noch einmal halb so viele Fotografen über dem Zaun hingen. "Er ist aber genauso, wie ich ihn mir vorgestellt habe", sagte Sabine Berliner hinterher. "Der braucht keine Aufwärmphase, um auf die Menschen zuzugehen." (Zitat: Berliner Zeitung).
 
der Bundeskanzler ißt Kuchen Mit dem Spaten kann er gut umgehen
Der Bundeskanzler im Garten bei Kuchen und Bier Er greift zum Spaten mit der roten Schleife
 
Mit der Familie Berliner und dem ältesten Kleingärtner der Anlage, dem 82jährigen Josef Meyer, wurde schnell noch ein Stück Käsekuchen verzehrt und ein Schluck Bier getrunken (nein, die Kinder haben keins abbekommen). Weil Gesten so schön sind, wurde Gerhard Schröder dazu verdonnert, mittels eines rot bebänderten Spatens ein kleines Apfelbäumchen zu pflanzen. Als er dann einen der am Bäumchen hängenden Äpfel probierte, verzog er doch ein wenig das Gesicht. "Ziemlich sauer", erklärte er den Nachbarn am Maschendrahtzaun. Ist ja auch kein Wunder, denn welcher vernünftige Kleingärtner verpflanzt schon einen Früchte tragenden Baum? Zumal bekanntermaßen die Äpfel nach dem Pflücken in der Regel noch einige Tage lagern müssen, ehe sie ihr Aroma richtig entfalten. Aber die ganze Veranstaltung war eben auch ein bischen Show.
 
der 82jährige Josef Meyer der Bundeskanzler beim Pflanzen
Josef Meyer ist stolze 82 Jahre alt
(kein großes Bild)
Der Bundeskanzler beim Pflanzen des Apfelbäumchens
(kein großes Bild)
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. Impressionen aus der Dauerkolonie Togo e.V.
 
Eingang nach Togo Treten Sie ein in die Dauerkolonie Togo e.V. und schauen Sie sich einige Impressionen von der Veranstaltung und von der Kleingartenanlage an. Klicken Sie dazu bitte einfach auf das Bild oder auf diesen Link.

 

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