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 Birnengitterrost

 
Eine leidige Sache! Was soll man tun? Wir haben Material zusammengetragen und werden diese Frage beantworten. Nachlesen können Sie wissenschaftlich fundierte Aussagen dazu bei:

. ETH Zürich, Institut für Pflanzenwissenschaften, Gruppe Phytopathologie
. FH Weihenstephan, Institut für Botanik und Pflanzenforschung
. Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe

Lesen Sie sich die drei oben genannten Beiträge ruhig einmal durch. Die Schweiz scheint eines der noch nicht so stark betroffenen Länder zu sein. Sie werden feststellen, daß sich die Aussagen der Beiträge aber trotzdem ergänzen bzw. in ihren Kernaussagen bestätigen: 

. der Pilz nistet sich im Wacholder ein und geht nie mehr raus 
. er ist im Wacholder nicht mit Fungiziden zu bekämpfen 
. die Birnenbäume können nur vor dem Befall mit Fungiziden behandelt werden 
. fällt einer der beiden Wirte aus, kann sich der Pilz nicht mehr verbreiten 
. nicht alle Wacholderarten sind betroffen 
. betroffen sind unter anderem Juniperus sabina, Juniperus chinensis 
. sind nur wenige Birnenblätter befallen, diese schnell entfernen und verbrennen 
. befallene Wacholderzweige bis ins gesunde Holz hinein entfernen und verbrennen 
. wenn man völlig sichergehen will, muß man den Wacholder ganz entfernen 

Es wird ganz deutlich: Der Pilz nistet sich im Wacholder ein und gedeiht. Im Frühjahr infizieren die Sporen die Blätter der Birnenbäume. Spritzen kann man nur die Birnenbäume, nicht den Wacholder. Aber es muß vor dem Sporenbefall geschehen. Man kann darüber geteilter Meinung sein, aber Gift im Garten ausbringen, ist keine so tolle Sache. Da hilft eigentlich nur die Entfernung eines der beiden Wirte des Pilzes. Im Kleingarten sind Nadelgewächse nur geduldet, nicht erlaubt. Da ist also klar, welche Pflanze dran glauben muß. Man sollte erst versuchen, die befallenen Zweige des Wacholders zu entfernen. Erst wenn das nicht mehr hilft, sollte man sich zur Radikalkur entschließen. Falls Ihnen das Argument: "Die Birnen kann man ja im Supermarkt kaufen" einfällt, sollten Sie daran denken, daß der Birnengitterrost in letzter Zeit immer mehr Gegenden (bisher die meisten Länder in Europa) großflächig befällt. Da wird es möglicherweise eines Tages keine Birnen mehr im Supermarkt geben. Oder wenn es sie noch gibt, dann zu horrenden Preisen. Natürlich wird man nur begrenzte Erfolge erzielen, wenn nicht die ganze Umgebung am gleichen Strang zieht. Da sollten sich die Kommunen angesprochen fühlen und eine generelle Regelung treffen. 
Das Verbrennen ist im Kleingarten natürlich etwas problematisch, weil meistens verboten. Vielleicht hat ja jemand noch einen Ofen. Laub (mit Ausnahme des befallenen) sollte allerdings nicht verbrannt werden. 
 

 

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 Monilia-Spitzendürre

 
. Institut für Pflanzenschutz an der FH Weihenstephan
. Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe
. Gartenforum
 
von Monilia befallener Zweig 
Copyright CELAFLOR)
Diese Krankheit befällt in erster Linie Sauerkirschen (Schattenmorelle), aber auch manche Zierpflanzen, zum Beispiel Mandelbäume, sowie gelegentlich Süß- und Zierkirschen und Aprikosen. Der Pilz (Monilinia laxa) dringt über die Blütenorgane in die Triebe ein. Die Blüten und sogar ganze Triebabschnitte (Spitzen) welken und vertrocknen anschließend. Kühle und regnerische Witterung während der Blütezeit fördert den Befall. 
Um eine Ausbreitung des Pilzes im Baum zu verhindern, sollten die spitzendürren Zweige so bald wie möglich abgeschnitten werden. Der Schnitt muß unterhalb der abgestorbenen Triebspitze im gesunden Holz geführt werden. Faulende Früchte und Fruchtmumien müssen ebenfalls entfernt und vernichtet werden.


Befallene Zweige sind zu entfernen und zu entsorgen. Dabei muß weit bis in das gesunde Holz hinein geschnitten werden. Oft ist der Pilz im Holz schon wesentlich weiter vorgedrungen, als dies äußerlich sichtbar ist. Zu erkennen ist dies nur an der Schnittstelle. Solange diese noch einen bräunlich-faulen Kern aufweist, ist der Rückschnitt nicht tief genug.

Das infizierte Material gehört ausnahmsweise einmal nicht auf den Kompost!
 

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