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Beginnen Blume

->Was ist ein Kleingarten ->Einschränkungen bei der Nutzung ->Ein Verein ist eine Gemeinschaft
->ohne Normen geht es nicht ->Laufende Kosten ->Bepflanzung und Pflege
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Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.
oder
Kleingärtner werden ist nicht schwer, Kleingärtner sein dagegen sehr.

Nun, so extrem muß man das nicht sehen. Es genügt völlig, sich an die Regeln zu halten. Sie lassen genug Freiraum.

Dabei ist es nicht unbedingt einmal ein Problem, wenn man nicht von vornherein den berühmten "grünen Daumen" mitbringt. Vielmehr muß man sich darüber im klaren sein, daß man sich in eine Gemeinschaft einfügen muß und seiner Individualität nicht in allen Richtungen gleichermaßen freien Lauf lassen kann. Aber keine Angst! Es wird nur der Rahmen abgesteckt, in dem man sich bewegen kann. Eine Gängelung erfolgt nicht. Wir haben schließlich eine Demokratie und weder eine Anarchie noch eine Diktatur. Manche Leute vergessen das leider immer wieder.

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Was ist ein Kleingarten?

-> deutsches Bundeskleingartengesetz
-> österreichisches Bundeskleingartengesetz

Auszug aus dem deutschen Bundeskleingartengesetz:

Ein Kleingarten ist ein Garten, der

  1. dem Nutzer (Kleingärtner) zur nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, insbesondere zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf, und zur Erholung dient (kleingärtnerische Nutzung) und
  2. in einer Anlage liegt, in der mehrere Einzelgärten mit gemeinschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel Wegen, Spielflächen und Vereinshäusern, zusammengefaßt sind (Kleingartenanlage).
Kein Kleingarten ist
  1. ein Garten, der zwar die Voraussetzungen des Absatzes 1 erfüllt, aber vom Eigentümer oder einem seiner Familienangehörigen im Sinne des § 8 Abs. 1 des Zweiten Wohnungsbaugesetzes genutzt wird (Eigentümergarten);
  2. ein Garten, der einem zur Nutzung einer Wohnung Berechtigten im Zusammenhang mit der Wohnung überlassen ist (Wohnungsgarten);
  3. ein Garten, der einem Arbeitnehmer im Zusammenhang mit dem Arbeitsvertrag überlassen ist (Arbeitnehmergarten);
  4. ein Grundstück, auf dem vertraglich nur bestimmte Gartenbauerzeugnisse angebaut werden dürfen;
  5. ein Grundstück, das vertraglich nur mit einjährigen Pflanzen bestellt werden darf (Grabeland).
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Einschränkungen bei der Nutzung

Bei aller Euphorie für einen Kleingarten sollte nicht vergessen werden, daß die kleingärtnerische Nutzung im Vordergrund steht. ein wenig viel Rasen - bedenklich!Insbesondere KGA deren Grundstücke privaten Verpächtern gehören, können sehr schnell in Bedrängnis geraten, wenn zu viele Mitglieder reine Erholungsgärten anlegen. Weil für Erholungsgrundstücke ein Mehrfaches an Pacht verlangt werden kann, werden natürlich Begehrlichkeiten geweckt. Private aber auch manchmal kommunale Verpächter nutzen darum in verstärktem Maße jede sich bietende Gelegenheit zur Erhöhung ihrer Pachteinkünfte. Bei zu geringer kleingärtnerischer Nutzung haben sie vor Gericht tatsächlich große Chancen. Die Dreiteilung zu etwa gleich großen Anteilen an Obst-/Gemüseanbau, Erholungsfläche/Rasen und bebauter/versiegelter Fläche ist ein probates Mittel, solchen Bestrebungen entgegenzuwirken. Wer sich von Anfang an darauf einstellt, wird keine Anpassungsprobleme haben, wenn die Vereine und Verbände in absehbarer Zeit strenger auf die Einhaltung dieser Prämissen achten müssen. In einigen Vereinen (mit privaten Verpächtern) soll dies schon recht streng gehandhabt werden. Dies ist aber keine Schikane der Vereinsvorstände, sondern eine reine Verteidigungsmaßnahme um o.g. Bestrebungen keine Nahrung zu geben. Auch solche Dinge, wie der Liegenschaftsfonds in Berlin, bringen ähnliche Probleme.

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Ein Verein ist eine Gemeinschaft

Wenn Sie Mitglied in einem Kleingartenverein geworden sind, dann können Sie aber nicht alles tun was Sie wollen, denn Sie befinden sich ein einer Gemeinschaft. Dazu gehört nicht nur eine gewisse Rücksichtnahme auf Ihren Nachbarn. Sie sind Teil dieser Gemeinschaft. Das ist wie bei einer komplizierten Maschine. Jedes Teil und sei es auch noch so klein, muß seinen Anteil leisten, sonst funktioniert die ganze Sache nicht.
Sie müssen sich also selbst in den Verein einbringen, denn davon lebt ein Verein. Wer sich nicht auf dem Rücken der anderen Mitglieder ausruht, der findet schnell sein Plätzchen in der Gemeinschaft, welches ihm am meisten liegt und Spaß macht. Das kann als Vorstandsmitglied, Mitglied einer Kommission, im Vergnügungsausschuß oder bei Arbeitseinsätzen sein. Selbst wenn man nur dann anpackt, wenn der Vorstand eine bestimmte Hilfe benötigt, trägt man dazu bei, seinen Verein zu stärken.
Das ist auch bitter nötig; denn, so ein Verein ist wie eine paradiesische Insel in der tosenden Brandung. Es gibt viele Aasgeier, die die "nutzlosen" Kleingärtner (denn an ihnen kann man nicht viel verdienen) gern verscheuchen würden, damit sie auch noch das letzte bischen Natur in Form von Geld in ihre Taschen stopfen können.
In einem Kleingartenverein kann man das ganze idiotische Neid- und Egogehabe abstreifen und befreit durchathmen. Leider setzen viele Ostdeutsche Kleingärtner die durch die Wende gewonnene Freiheit mit Egoismus und Anarchie gleich. Aber auch in westlichen Gefilden können einige Leute nur schwer von den eingepaukten Verhaltensmustern ablassen. Deshalb ist es um so wichtiger, daß jeder wenigstens versucht, seine persönlichen Interessen denen der anderen Mitglieder gleichzustellen. Vom positiven Feedback der Anderen kann man seinerseits wieder profitieren.

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Ohne Normen geht es nicht

Im Kleingartenverein hat man mit einigen Gesetzen usw. zu tun. Auch der Staat, das Land, der Landesverband, der Bezirksverband und der Verein haben Gesetze, Richtlinien, Verordnungen und Beschlüsse an die man sich halten muß. Keine Angst, Sie brauchen nicht das BGB auswendig lernen. Die für das Kleingartenwesen gültigen Gesetze sind weniger umfangreich als die Straßenverkehrsordnung.
Nicht der "böse Vorstand" ist schuld, wenn mal wieder ein wenig strenger auf die Einhaltung von Vorschriften geachtet werden muß, sondern diejenigen Gartenfreunde, die sich nicht oder nicht in ausreichendem Maße an die Normen halten.
Für alle baulichen Veränderungen gilt, vorher die erforderlichen Zustimmungen und Genehmigungen einzuholen. Oder was haben Sie davon, wenn in Ihrem Garten ein 10 m³-Regenwasserbehälter steht und Sie ihn nicht benutzen dürfen?
Was nützt es, wenn Sie hinter der Laube jede Menge Obst und Gemüse haben, die Kontrolleure von Bezirksamt, Gemeindeamt oder Landratsamt oder welchem Amt auch immer aber nur vom Weg vor der Parzelle die Anpflanzungen sehen? Wenn von dort nur Gras und Koniferen zu sehen sind, ist das ein dicker Minuspunkt, so viel Mühe man sich auch gegeben hat. Diesen Umstand kann man sicherlich abschwächen, wenn der Vorstand, der inzwischen vom Amt ein bitterböses Schreiben erhalten hat, eine Gartenbegehung durchführt und man ihm beweisen kann, daß doch eine kleingärtnerische Nutzung vorliegt. Aber trotzdem bleibt immer ein kleiner Schatten in der Erinnerung der Beamten zurück.
Wollen wir den Status einer Kleingartenanlage behalten, müssen wir uns an die Regeln halten.
Es ist wirklich nicht schwer Grenzen zu erkennen und zu respektieren! Wer allerdings nur auf sein persönliches Wohlergehen fixiert ist, der sollte besser ein Wochenendgrundstück anmieten. Verein bedeutet eben auch seine eigenen Interessen in die Reihe der anderen Mitglieder einzuordnen.

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Laufende Kosten

    
Beispiel:   
Eine Kleingartenparzelle ist 400 m2 groß. Es werden in einem Jahr 20 m3 Wasser (bei 60 % vom Trinkwasser also 12 m3 Abwasser) und 300 kWh Elektroenergie verbraucht. Die Schneebeseitigung außerhalb der KGA kostet pauschal 50,- DM.  
  
Pacht 400 m2 * 0,70 DM/m2 280,00 DM
öffentlich-rechtliche Lasten 400 m2 * 0,16 DM/m2 64,00 DM
Vereinsbeitrag 120,00 DM 120,00 DM
Beiträge an den Bezirksverband/Landesverband 90,00 DM 90,00 DM
Wasser 20 m3 * 3,69 DM/m3 73,80 DM
Abwasser, berechnet werden 
60 % von der Trinkwassermenge
12 m3 * 4,85 DM/m3 58,20 DM
Elektroenergie 300 kWh * 0,32 DM/kWh 96,00 DM
Schneebeseitigung außerhalb der KGA pauschal 50,00 DM 50,00 DM
Gesamtkosten 832,00 DM

In diesem Beispiel kostet der Unterhalt der Parzelle also 832,00 DM im Jahr. Hinzu kommen Kosten für Reparaturen an Laube und Zäunen und für die Pflanzen und den Samen sowie (Natur-)Dünger, Gartengeräte usw. 

Die verwendeten Zahlen treffen auf Berlin zu. In anderen Bundesländern können die Preise stark abweichen. Insbesondere der Vereins- und der Verbandsbeitrag können ganz anders ausfallen.

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Bepflanzung und Pflege

der Kohl gedeiht sehr gutNun wollen Sie sicherlich auch pflanzen und ernten. Wenn Sie noch keinen einschlägigen Erfahrungen haben, hilft Ihnen die Fachliteratur weiter. Es gibt eine ganze Reihe an Büchern, die mehr oder weniger nützlich sind. Ein Schwatz mit dem erfahrenen Nachbarn bringt auch eine Menge Wissen. Schließlich gibt es noch den Gartenfachberater. Der hat meistens tiefergreifende Kenntnisse und kann neben praktischen Hinweisen auch spezielle Probleme lösen helfen.
Auch hier begebnen uns wieder Normen. In der Anlage zum Pachtvertrag haben Sie eine Gartenordnung erhalten. Aus dieser können Sie ersehen, welche Höhe Hecken haben dürfen, wieviel Nadelgehölze toleriert werden und ähnliche Dinge. Es ist nicht schwer, sich daran zu halten. Um sich einen Überblick über die Wirkung verschiedener Gestaltungsvarianten zu machen, hilft sicherlich ein Gartenplanungsprogramm.

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